Renommierter Preis für Dr. Laura Wormser
Deutsche Leberstiftung würdigt Erlanger Forscherin
Dr. Laura Wormser, Wissenschaftlerin der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Uniklinikums Erlangen und des Instituts für Biochemie der FAU Erlangen-Nürnberg, wurde mit dem Preis der Deutschen Leberstiftung 2026 ausgezeichnet. Das Gutachterkomitee würdigte damit die Publikation „The liver talks back: NPY orchestrates attraction of cancer cells and CHK2-dependent clonogenicity in the metastatic niche“, die einen innovativen Ansatz zur Behandlung von Lebermetastasen untersucht. Die Auszeichnung wurde nun auf dem 22. HepNet Symposium in Hannover überreicht und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Dr. Wormser und das Team der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Peter Dietrich, Mediziner der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Uniklinikums Erlangen und des Instituts für Biochemie der FAU Erlangen-Nürnberg nehmen in ihrer Forschung nicht wie bisher die Krebszellen direkt ins Visier, sondern fokussieren sich auf die Leberumgebung. Grundlage des Ansatzes ist ein von der Leber produziertes Eiweißmolekül, das das Organ zum Einnistungsziel für gestreute Krebszellen macht. Dieses Molekül wird mithilfe von RNA-Interferenz (RNAi) gezielt ausgeschaltet und so die Kommunikation zwischen Leber und Tumorzellen gestört. „Die Methode hat das Potenzial, die klinische Behandlung von Lebermetastasen grundlegend zu verändern. RNAi-Medikamente können nämlich nebenwirkungsarm mit einfachen Hautspritzen verabreicht werden und die Wirkung hält nach nur einmaliger Verabreichung oft viele Monate an“, erklärt Laura Wormser.
Der innovative Ansatz beeindruckte auch das Gutachter-Komitee: „Der Publikationspreis würdigt Arbeiten, die nicht nur wissenschaftliche Tiefe besitzen, sondern auch das Potenzial haben, die klinische Praxis nachhaltig zu verändern“, hob Prof. Dr. Münevver Demir, Mitglied des Komitees, hervor. Prof. Dietrich, Leiter der Studie, sieht ebenfalls nicht nur die Tiefe der Arbeit, sondern das große translationale Potential: „Der Preis für Dr. Wormser ist hochverdient. Wir arbeiten an der konsequenten Umsetzung des Ansatzes bis hin zur Anwendung im Menschen. Aktuell werden die ersten toxikologischen und präklinischen Sicherheitsstudien für eine spätere Zulassung zur Testung an Krebspatienten durchgeführt. Wir freuen uns sehr über die einmalige Möglichkeit, aus molekularer Grundlagenforschung heraus einen innovativen therapeutischen Ansatz weiterentwickeln zu können“.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dr. Peter Dietrich
09131 85 35000



