SFB TRR 241 geht in die dritte Förderperiode
13,5 Millionen Euro für Erforschung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen
Über die zweite Verlängerung kann sich der Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) 241 „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ freuen. Für die dritte Förderperiode bis 2030 stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft insgesamt ca. 13,5 Millionen Euro bereit, rund 7 Millionen Euro davon gehen an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und das Uniklinikum Erlangen. Gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin forschen Erlanger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Medizin und Biotechnologie daran, das Zusammenspiel von Schleimhaut- und Immunzellen im Darm besser zu verstehen und wirksamere Therapiemethoden bei chronischen Entzündungen zu entwickeln.
Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa läuft das Immunsystem aus dem Ruder. Es wendet sich nicht nur gegen potenziell gefährliche Mikroorganismen oder Tumorzellen, sondern greift auch das körpereigene Gewebe an. Die Folge: eine zerstörerische und fortschreitende Entzündung der Darmschleimhaut. Bis heute gibt es keine Heilung, dabei nehmen die Erkrankungen in ihrer Häufigkeit zu. Um neue Therapien entwickeln zu können, müssen Forschende zunächst besser verstehen, wie die Krankheit entsteht. Das ist das Ziel des Transregio 241 „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“.
In den ersten beiden Förderperioden konnten die Forscherinnen und Forscher bereits zeigen, dass die Darmflora, die Darmbarriere und Immunzellen im Darm einen Regelkreis bilden, dessen Fehlsteuerung eine wichtige Rolle bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen spielt. Auf dieser Grundlage entwickelte der Forschungsverbund neuartige therapeutische und diagnostische Ansätze, um eine solche Fehlsteuerung bei Patientinnen und Patienten zu erkennen und zu korrigieren. Mehrere dieser Ansätze werden bereits in klinischen Studien erprobt.
Darüber hinaus entstanden mit den Plattformen „IBDome“, „SEPIA“ und „TIGER“ international sichtbare Forschungsressourcen, die molekulare, klinische und experimentelle Daten systematisch zusammenführen und neue Möglichkeiten für die personalisierte Medizin eröffnen.
Ziel: klinische Anwendung für neue Therapieansätze
In der nun beginnenden dritten Förderperiode wollen die Forschenden die identifizierten molekularen und zellulären Signalwege gezielt in innovativen Modellsystemen untersuchen und deren Bedeutung für Krankheitsentstehung, Verlauf und Therapieansprechen weiter entschlüsseln. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wechselwirkung zwischen Immunzellen, Darmepithel, Nervensystem, Stoffwechsel und Mikrobiom. Ziel ist es, neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren und vielversprechende experimentelle Ansätze rasch in klinische Anwendungen zu überführen.
Quelle: uni | mediendienst | aktuell Nr. 58/2026
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christoph Becker
09131 85-35886
christoph.becker(at)uk-erlangen.de


