Krebs mit Tumorkachexie

Medizin 1

Direktor:
Prof. Dr. med. Markus F. Neurath

Ein weiterer Schwerpunkt unserer klinischen und experimentellen Forschung ist der Einfluss von Ernährung, Bewegung und Sport bei Krebspatientinnen und -patienten mit Tumorkachexie-Syndrom.

Das Tumorkachexie-Syndrom betrifft etwa die Hälfte der an einer malignen Tumorerkrankung erkrankten Personen. Tumorspezifische und entzündungsfördernde Mediatoren führen zu Appetitverlust, systemischen Entzündungsprozessen sowie metabolischen und hormonellen Veränderungen. Daraus resultiert eine ungewollte Gewichtsabnahme, die maßgeblich durch einen Verlust der Muskelmasse und Muskelkraft gekennzeichnet ist.

Muskelabbau führt zu einer schlechteren Krankheitsprognose

Der Verlust von Muskelmasse und -kraft führt zu einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit, beeinträchtigt die Therapieverträglichkeit und Lebensqualität und verschlechtert die Prognose einer Krebserkrankung erheblich. Multimodale Therapiekonzepte sollten deshalb Maßnahmen zum Muskelaufbau beinhalten, die Energie- und Nährstoffaufnahme sowie Nährstoffverwertung verbessern und eine Entzündung verringern.

Spezielle Ernährungs- und Bewegungstherapie bewirkt deutlichen Muskelaufbau

Aktuell untersuchen wir in einem innovativen Therapieansatz die Effekte einer Kombination aus individualisierter Ernährungs- und Bewegungstherapie auf klinische, metabolische, immunologische sowie funktionelle Aspekte. Im Rahmen dieser klinischen Studienprojekte werden zudem die Effekte spezieller Nahrungsergänzungsmittel auf den Muskelstatus untersucht. Unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass mit einer eiweißreichen Ernährungstherapie in Kombination mit einem effektiven Muskeltraining ein signifikanter Muskelaufbau und eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit auch bei vorgeschrittener Krebserkrankung erreicht werden kann. In weiteren Studien untersuchen wir die Effekte einer eiweißreichen Ernährung in Kombination mit spezifischen, zeiteffizienten Ausdauer- und Krafttrainingsmethoden auf den Muskelstatus, die Muskelkraft, die körperliche Fitness und die Lebensqualität.

In allen unseren Studien untersuchen wir weiterhin in experimentellen Forschungsansätzen (Zellkulturen) die Effekte unserer kombinierten Ernährungs- und Sportinterventionen auf das Tumorzellwachstum sowie auf morphologische, biochemische und molekulargenetische Parameter der Skelettmuskulatur beim Tumorkachexie-Syndrom.