Arbeitsgruppe PD Dr. med. Moritz Leppkes, Oberarzt, Advanced Clinician Scientist
Immundysregulation im Ulcusmikromilieu bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und assoziierten Immunpathologien

Projekte
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind gekennzeichnet durch Schädigungen der Schleimhautoberfläche des Magen-Darm-Trakts. Dies zeigt sich in Form sogenannter Erosionen und Ulcerationen. In diesen erkrankten Schleimhautbereichen fehlt die Epithelschicht, die den Darm normalerweise auskleidet. Stattdessen finden sich besonders viele Immunzellen, wie neutrophile Granulozyten, inflammatorische Monozyten und Plasmazellen. Granulozyten bilden in diesem Mikromilieu „neutrophil extracellular traps“, die lokale Gerinnungsprozesse im Rahmen der Immunthrombose regulieren. Die erodierte Oberfläche wird anschließend von spezialisierten Epithelzellen, sog. inflammationsassoziierten Epithelien bekleidet. Grundlage unserer Arbeit ist das Konzept, dass das Mikromilieu dieser Ulcerationen bei der Colitis ulcerosa immunologisch dysreguliert ist. Wir sind somit daran interessiert, wie mukosale Wundheilung im Darm bei Gesunden funktioniert und wie das Immunsystem der Patienten die eigenen Heilungsprozesse sabotiert. In dem Zusammenhang schauen wir uns z.B. an, ob und wie vorhandene Autoantikörper gegen das Protein ItgaVb6 sich auf die Pathophysiologie der Colitis auswirken. Dafür nutzen wir ein breites Methodenspektrum von biochemischen Funktions- und Bindungsstudien, Zellkultur, experimentellen Modellen bis hin zu Durchflusszytometrie und bioinformatischen Transkriptomanalysen. Dass diese Ansätze auch eine hohe therapeutische Relevanz haben, zeigen aktuelle Therapieerfolge mit CD19.CAR-T Zellen.


